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Warum sollte „Textil“ ein fester Unterrichts-Bestandteil in jeder Schule sein?
Textilien gehören in unserer Gesellschaft so selbstverständlich zum Alltag, dass man – oberflächlich betrachtet - nach dem Bildungswert für Schule und Unterricht fragt. Doch schon im nächsten Moment des Hinterfragens muss man erkennen, dass Textilien bereits kleinen Kindern eine wertvolle Erfahrungswelt z.B. im Spiel mit Kuscheltieren, Puppen, des sich Verkleidens und Bauen von Höhlen aus Decken, Kissen, Tüchern usw. bietet. Im Umgang mit textilen Dingen wenden Kinder viel Fantasie und Kreativität an und machen für die Entwicklung bedeutungsvolle sinnliche Erfahrungen durch das Bestaunen, Fühlen, Riechen, Beschützen und experimentierfreudige Bearbeiten. Zudem ist die Auswahl und das Tragen eigener Kleidungsstücke und das Suchen nach einem eigenen Stil im Laufe der persönlichen Entwicklung ein Feld komplexer Herausforderungen. Kleidung spiegelt häufig gesellschaftlich konstruierte Vorstellungen von Mode, Lifestyle und Schönheitsidealen wider. Im Unterrichtsfach Textil werden diese Zusammenhänge kritisch untersucht und im Sinne einer bewussten, personbezogenen Kleidungskompetenz reflektiert. Textilunterricht bietet SchülerInnen aller Altersstufen die Möglichkeit, sich beim textilen Gestalten Freiräume zu schaffen und bewusste sinnliche Wahrnehmung zu fördern: neue Materialien und Techniken werden mit spannenden, anregenden, ungewohnten, neuen oder alltäglichen Themen aufgegriffen, gestaltend experimentiert und Ausdrucksmöglichkeiten erforscht. Textilunterricht ermöglicht ästhetische Bildung und ist im besten Sinne „für das Leben lernen“.
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